Bei der Panoramafotografie verbinde ich mehrere Genres und Aspekte der Fotografie miteinander:
Reise- und Landschaftsfotografie, also die Ansichten der Welt und der Menschen darin in ungewöhnlichen Perspektiven.
Mich fasziniert die Panorama-Fotografie besonders, weil sie dem menschlichen Sehempfinden näher kommt. Da der Kopf und die Augen in Bruchteilen von Sekunden beweglich sind und das Auge mühelos den Fokus ändern kann, haben wir beim Sehen nicht die Einschränkungen von Fotografien in herkömmlichen Formaten. Bei diesen werden der Raum beschnitten oder gestaucht und aus bild-physikalischen Gründen gibt es oft perspektivische Verzerrungen. Auf einem Panorma-Bild sind solche Phänomene minimiert, indes das Auge schweifen kann. Überdies baue ich gerne Panorama-Bilder mit der Bildsprache und den Abwechslungen, die ein gutes Landschaftbild bieten sollte: also auch interessante Vordergründe oder Augenfänger wie Personen oder Geschehnisse. (Gelingt aber nicht immer.)
Besondere Herausforderungen bieten sich mir in den wahrhaft wimmelnden Panorama-Bildern, die ich während meiner Event-Fotografie auch noch mache: Also von den Besuchern von Festivals und Konzerten und dem Geschehen vor der Bühne. Eine technische Schwierigkeit besteht darin, dass solche Menschen-„Massen“ sehr beweglich sind und dabei schnell „Geisterbilder“ entstehen (durch gedoppelte Personen, die sich bewegt haben). Diese müssen mit viel Know-How in digitaler Bildbearbeit retouchiert werden. Mich fasziniert das Ergebnis selbst immer noch mehr als manches Landschafts-Panorama mit großartigem Himmel oder ähnlichem.
Meine ersten Versuche der Panorama-Fotografie habe ich bereits unternommen als ich im Alter von 15 Jahren Gefallen an der Fotografie fand. In jenem Zeitalter der analogen Fotografie gab es schon bei der Konzeption eines solchen Bildes keinerlei Kontrolle (erst recht kein Handy, das automatische Panoramas erstellt, indem man einfach einen Knopf drückt und das Telefon entlang einer Strecke des Gesehenen zieht). Man hatte nur eine Idee und Vorstellung und Ich nur eine „primitive“ Kamera. Ich konnte mich nur auf meine Intuition verlassen. Nach dem langen Warten auf die Ergebnisse der entwickelten Filme, hatte ich dann nur einzelne Abzüge (Prints), die ich selbst zusammen kleben mußte. Später habe ich Panoramas aus einzelnen Dias gebaut, die ich ab anfang der „Nuller“-Jahre gescannt und am PC zusammen gebaut habe. Heute „baue“ ich meine Panoramas noch immer auf dieselbe Weise, nämlich aus einzelnen Fotos beim Drehen um die eigene Achse. Nur der „Umweg“ über das Material ist weggefallen und die digitale Bildbearbeitung ist etwas schneller geworden. Seit Ende der 90er Jahre habe ich inzwischen fast 2000 Panorama-Bilder erstellt. (Ein Monitor oder Tablet ist zum Betrachten am besten geeigntet.)
